Unterlagsplatten | Die unsichtbaren Helden der Produktion

Sönke Tunn • 5. März 2024

Investitionen schützen und Laufzeiten optimieren.

Unterlagsplatten spielen in der Produktion von Betonsteinen eine wichtige, aber oft unterschätzte Rolle. Sie beeinflussen die Qualität und Effizienz der Fertigungsprozesse und tragen somit ebenfalls zum Erfolg eines Betonsteinwerks bei. Um die optimale Auswahl und Verwendung von Unterlagsplatten zu gewährleisten, ist es ratsam, einen erfahrenen Berater hinzuzuziehen, sofern das vorhandene Wissen und die Aufmerksamkeit nicht ausreichen sollte. 

In meinen 17 Jahren in der Betonindustrie habe ich zu oft gesehen, wie wenig in den Werken auf die Oberfläche, die optimale Reinigung oder die Pflege der Platten geachtet wird. Gefühlt in jedem zweiten Werk läuft z.B. die Sprühleiste nicht und wenn, dann meist nicht alle Düsen. Die Reinigungsbürste hat keinen Kontakt zur Platte oder ist abgenutzt. Der Plattenwender ist scharfkantig, schlecht gewartet und hat keinen Frequenzumrichter. Die Leisten am Rütteltisch sind verschlissen und durch Betonreste auf der Platte sitzen die Formen nicht mehr sauber auf. Das schadet nicht nur der Platte, sondern erhöht auch den Verschleiß der Formen erheblich. Es gibt noch viele weitere Punkte, auf die im täglichen Betrieb in den Werken nicht geachtet wird. Das schadet nicht nur dem Geldbeutel, denn die nächste Investition in neue Platten kommt früher als gedacht, sondern auch der Umwelt. Bei jeder Neuanschaffung von Unterlagsplatten fallen Tonnen von Material an, die produziert und natürlich auch transportiert werden müssen.

Um eine Vorstellung davon zu bekommen, was in einem 3-Schichtbetrieb an Investitionen im Umlauf ist, hier eine kurze Aufstellung. Verglichen werden die Preise für Vollkunststoffplatten mit € 170,00/Stück, beschichtete Platten mit je € 135,00 und auch Weichholzplatten mit je € 50,00.


Das Bild zeigt, dass ich bei 1.500 Platten pro Schicht bereits nach der ersten Schicht je nach Plattenausführung einen Wert von € 9.375,00 bis € 31.875,00 habe. Am Ende der zweiten Schicht sprechen wir bereits von € 150.000,00 bis € 510.000,00 und am Ende der dritten Schicht sind es unglaubliche € 225.000,00 bis € 765.000,00. Das sind Summen, die täglich durch unsere Werke laufen und die es zu schützen gilt.


Wenn ich Google Glauben schenken darf, dann gibt es den 2023 Ferrari Purosangue ab € 378.873,00. Wenn ich also Kunststoffplatten im Umlauf habe, dann könnte ich mir von diesem Geld zwei der oben genannten Ferraris leisten und würde sicherlich wesentlich pfleglicher damit umgehen. Sicherlich sind Platten wie Formen auch eine Art Werkzeug und unterliegen Verschleiß und Ermüdung. Dennoch macht es einen Unterschied, wenn ich z.B. bei Holzplatten richtig auf Pflege, Lagerung und Feuchtigkeit achte, ob ich 4 Jahre darauf arbeiten kann oder eben auch 5 Jahre.


In dem oben genannten Beispiel von 225.000,00 € für 4.500 Weichholzplatten sind das, wenn Sie die Investition um ein Jahr aufschieben können, immerhin 11.250,00 € pro Jahr, die Sie einsparen können, wenn Sie sich gut um die Platten kümmern. Wenn ich an dieser Stelle etwas frech einwerfen darf, dass meine Beratungsleistung pro Tag nur € 800,00 beträgt und Sie mich zweimal im Jahr für die Begutachtung buchen wollten, weil Sie kein Personal für diese Kontrollen zur Verfügung haben, dann kann das schon ein Mehrwert für Sie sein.



Hinzu kommt der Umweltaspekt. Wenn ich die Platten richtig pflege und ihre Lebensdauer verlängere, kann ich dazu beitragen, weniger Material in Umlauf zu bringen und weniger Transporte auf den Straßen zu haben. Wenn ich 4.500 Unterlagsplatten kaufe, dann sprechen wir von Gewichten zwischen 193 Tonnen und 420 Tonnen, die ich produzieren und auch transportieren muss.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sinnvoll ist, den Unterlagsplatten mehr Aufmerksamkeit zu schenken, da es sich um wertvolle Produktionsmittel handelt, die nicht nur die Qualität beeinflussen, sondern auch hochwertige Verschleißteile sind. Wöchentliche Kontrollen des Umlaufs sind wichtig, schnell durchgeführt und können bereits wesentlich zur Erhöhung der Lebensdauer beitragen.


  • Sichtprüfung
  • Optimale Reinigung
  • Wartung
  • Umlauf 
  • Und mehr


Mindestens zweimal im Jahr sollte sich jedes Werk ausführlich mit diesen Themen beschäftigen. Wenn Sie kein eigenes Personal zur Verfügung haben, helfe ich Ihnen gerne! Mehr zu diesem Thema und auch zur Pflege von Unterlagsplatten in einem meiner nächsten Blogs.


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Auf diesen Platten durchlaufen die Steine die verschiedenen Produktionsschritte – von der Härtung über mögliche Waschprozesse bis hin zur Palettierung. Die Unterlagsplatte sorgt dabei für eine stabile und vor allem ebene Unterlage. Die verschiedenen Gesichter der Unterlagsplatte: Ein Überblick mit Blick auf die Nachhaltigkeit und Werkslaufzeit Im Laufe der Jahre haben sich unterschiedliche Materialien für Unterlagsplatten bewährt, jede mit ihren spezifischen Vor- und Nachteilen, die ich Ihnen gerne aus meiner Erfahrung heraus näherbringen möchte – diesmal auch mit einem Fokus auf die ökologischen Auswirkungen und die verbleibende Nutzungsdauer Ihres Werks: Weichholzplatten: Oft die Einstiegsvariante, die durch ihren günstigen Preis lockt. Meine Erfahrung: Ich habe oft gesehen, dass Weichholz unter starker Beanspruchung und Feuchtigkeit leidet. Es nimmt Wasser leicht auf, was besonders bei gewaschenen Produkten oder in feuchten Umgebungen zu Problemen mit der Formstabilität führen kann. Ein weiterer, oft unterschätzter Punkt ist das Verhalten in der Härtekammer. Weichholz neigt dazu, Feuchtigkeit aus der Umgebung aufzunehmen, wenn es nicht ausreichend gesättigt ist. Das kann dazu führen, dass Ihre Befeuchtungsanlagen in den Härtekammern mehr Energie aufwenden müssen, um die gewünschte hohe Luftfeuchtigkeit aufrechtzuerhalten. Diese zusätzlichen Kosten sind oft nicht direkt greifbar, können sich aber über die Zeit summieren. Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit bietet Holz jedoch Vorteile, insbesondere wenn es aus regionaler und nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Es ist ein nachwachsender Rohstoff und bindet während seines Wachstums CO2. Die Lebensdauer ist in der Regel begrenzt. Schichtholzplatten: Eine stabilere Alternative zum reinen Weichholz, da mehrere Holzschichten verleimt werden. Meine Erfahrung: Schichtholz ist robuster gegenüber mechanischen Belastungen. Trotzdem beobachte ich, dass auch hier Feuchtigkeit, die an den Kanten eindringen kann, zu Quellungen und damit zu Unebenheiten führen kann. Die Nachhaltigkeitsaspekte sind ähnlich wie bei Weichholz zu bewerten, wobei der Energieaufwand für die Verleimung berücksichtigt werden muss. Polyurethan-beschichtete Holzplatten (Weich- und Schichtholz): Durch eine Beschichtung wird versucht, die Holzplatten widerstandsfähiger zu machen. Meine Erfahrung: Die PU-Schicht bietet einen guten Schutz gegen Feuchtigkeit und Waschwasser. Die Haltbarkeit hängt aber stark davon ab, wie intakt diese Schicht bleibt. Beschädigungen können die positiven Eigenschaften schnell zunichtemachen. Aus ökologischer Sicht kommt hier der zusätzliche Materialeinsatz für die Kunststoffbeschichtung hinzu, der in der Herstellung CO2 verursacht. Vollkunststoffplatten: Für mich oft die langfristig überzeugendste Lösung, aber auch mit Blick auf die Umwelt und die Werkslaufzeit zu bewerten. Meine Erfahrung: Hochwertige Kunststoffe sind wasserabweisend und widerstehen den im Beton üblichen Chemikalien sehr gut. Ein großer Vorteil ist die Möglichkeit des Abschleifens zur Wiederherstellung der Ebenheit und zur Verlängerung der Lebensdauer. Auch in Bezug auf das Klima in Härtekammern sind sie in der Regel neutral. Beim Thema Nachhaltigkeit ist zu berücksichtigen, dass die Herstellung von Kunststoffen, auch wenn Recyclingmaterial eingesetzt wird, in der Regel CO2-Emissionen verursacht. Zudem kann das höhere Gewicht von Vollkunststoffplatten bei Transporten zu einem größeren CO2-Fußabdruck führen. Allerdings punkten sie durch ihre lange Lebensdauer und die Möglichkeit der Wiederaufbereitung oder des Recyclings am Ende ihres Lebenszyklus. Die Relation zur Werkslaufzeit: Ein wichtiger Kostenfaktor Ein Aspekt, der bei der Entscheidung für neue Unterlagsplatten oft eine entscheidende Rolle spielt, ist die verbleibende Nutzungsdauer Ihres Betonsteinwerks. Stellen Sie sich vor, Ihr Werk ist bereits 18 Jahre alt und eine größere Modernisierung steht in den nächsten Jahren möglicherweise nicht an. In einem solchen Fall sollten Sie die lange Lebensdauer von beispielsweise Vollkunststoffplatten oder hochwertig beschichteten Platten kritisch hinterfragen. Wenn die geplante Restlaufzeit Ihres Werks beispielsweise nur noch 5-7 Jahre beträgt, kann die Investition in Unterlagsplatten mit einer erwarteten Lebensdauer von 15 oder mehr Jahren wirtschaftlich weniger sinnvoll sein. Hier sollten Sie möglicherweise eher zu kostengünstigeren Optionen mit einer kürzeren, aber dennoch ausreichenden Lebensdauer greifen, die die verbleibende Betriebszeit Ihres Werks abdecken. Eine sorgfältige Abwägung zwischen der Plattenlebensdauer und der Werksperspektive ist entscheidend, um unnötige Investitionen zu vermeiden. Ein direkter Vergleich mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Werkslaufzeit:
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