Großes Einsparpotential bei Unterlagsplatten

Sönke Tunn • 1. März 2024

Ansichten ändern sich und so auch der Blick auf die Plattenmenge.

Nach meinem Vortrag auf der ICCX in Warschau wurde ich häufig gefragt, wie genau die Einsparung von Unterlagsplatten durch eine Härtekammer mit Wärmezufuhr funktioniert. Da es keine genauen Angaben gibt und jeder Betrieb bzw. jeder Bedarf unterschiedlich ist, habe ich ein Fallbeispiel zur Berechnung herangezogen. Bitte beachten Sie, dass solche Berechnungen bedarfsabhängig sind.

Ich mag Excel und verliere mich oft stundenlang in Tabellen. Sie zeigen mir, ob etwas finanziell sinnvoll ist oder nicht. In Polen habe ich gezeigt, wie ich mit einer modernen Härtekammer die Anzahl der notwendigen Unterlagsplatten von 5000 auf 2937,50 reduziert habe. Fakt ist: Solche Umbauten sparen definitiv Unterlagsplatten ein. Kraft Curing hat solche Projekte bereits erfolgreich umgesetzt.

Für die aktuelle Berechnung konzentriere ich mich auf die Investition in neue Unterlagsplatten und die Härtetechnik. Ich gehe davon aus, dass ein Werk für eine Einsatzzeit von 40 Jahren gebaut wird. Ein Regalsystem wird ohnehin benötigt, unabhängig von der möglichen Einsparung durch die Technik. Daher berücksichtige ich hier lediglich das Einsparpotenzial durch geringere Materialkosten. Das Rechenbeispiel geht davon aus, dass die Härtezeit von Pflastersteinen mit einer Dicke von 80 mm durch die Härtetechnik von 24 auf 12 Stunden reduziert wird. Viele Kunden erreichen dies bereits bei einer konstanten Temperatur von 33-35°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80% oder mehr in der Härtekammer. Für die Anforderungen an Temperatur und Luftfeuchtigkeit ist zusätzliche Technik erforderlich, die in diesem Beispiel als Investition berücksichtigt wird.

Bei der Gegenrechnung darf man nicht vergessen, dass man zwar auch Energie in die Härtekammer einbringen muss, jedoch einen deutlich spürbaren Anstieg der Steinqualität und Oberfläche erhält. Außerdem wird eine Gleichmäßigkeit über das gesamte Jahr hinweg erreicht. Ob und welchen Mehrwert das für Sie bringt, müssen Sie selbst beurteilen. 

 

Beim Kauf des Regalsystems inklusive Einhausung können Sie sparen.

Angenommen, Sie benötigen für ein neues Werk ein Regalsystem oder eine isolierte Härtekammer für 5000 Unterlagsplatten. Sie planen, im 3-Schicht-System etwa 1500 Takte pro Schicht zu produzieren und möchten einen Puffer von 500 Platten haben. Die Investition in Regalsystem, Einhausung und Schienen kostet ohne Montage und Härtetechnik € 550.000,00, die Sie bei der Gesamtinvestition einplanen müssen. Wenn ich die Aushärtezeit von 24 auf 12 Stunden reduziere, benötigen Sie nur noch die zuvor genannten 2937,50 (aufgerundet 2940) Unterlagsplatten, um den geforderten Output von 4500 Takten in 3 Schichten zu erreichen. Sie können bereits in der zweiten Schicht die Unterlagsplatten aus der ersten Schicht nutzen, die aus der Kammer kommen, weil die Produkte bereits die geforderte Frühfestigkeit erreicht haben und entnommen werden können. Für die Berechnung wird angenommen, dass die Kosten für das Regalsystem, die Einhausung und die Schienen nach der Einsparung nur noch 450.000 Euro betragen. Somit wurde eine Einsparung von 100.000 Euro erzielt, ohne die weiteren Einsparungen zu berücksichtigen.

Einsparungen bei den Unterlagsplatten:

Für die Berechnung verwende ich Kunststoffplatten und den aktuellen Preis für eine 1400 x 1100 x 50/55 mm starke Platte. Diese kostet ab Werk 170 € und soll 20 Jahre halten. Eventuelle Kosten für ein mögliches Nachschleifen sind hier nicht berücksichtigt. Bei 5000 Platten ergibt sich somit ein Gesamtpreis von 850.000,00 € und bei 2940 Platten von 499.800,00 €. Da wir die Laufzeit mit 40 Jahren vergleichen, rechne ich einfach mit dem Faktor 2 und berücksichtige dabei nicht die Inflation, die erst im zweiten Investitionszeitraum greifen würde. Bei 5000 Platten in 20 Jahren zahlen Sie also 1,7 Millionen Euro und bei 2940 Platten 999.600 Euro. Das bedeutet eine Ersparnis von 700.400 Euro.


Kosten für die Technik:   

Um die Kammer mit Wärme und Feuchtigkeit zu versorgen, benötige ich Technik. Für die kleinere Menge an Platten reicht ggf. eine Anlage mit einer Leistung von 150 kW/Stunde. Die Anlage und die optimale Luftverteilung über Kanäle kosten in diesem Fall € 250.000,00*. Die jährlichen Wartungskosten belaufen sich auf € 2.500,-, um eine ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Insgesamt sind das in 40 Jahren zusätzliche Kosten von € 100.000,00. Im 3-Schicht-Betrieb benötigt die Kammer im Idealfall nur wenig zusätzliche Wärme. Trotzdem setze ich einen Kostensatz von € 30.000,00/Jahr für die zusätzliche Energie an, was in 40 Jahren Kosten von 1.200.000 Euro verursacht. Ich vergleiche nun die Mehrkosten der Kammer mit den Einsparungen.


Ausgaben:

Einkauf Technik: 250.000,00 €

Wartungskosten 100.000,00 €

Energieaufwand: 1.200.000,00 €

Gesamtkosten 40 Jahre: 1.550.000,00 €


Einsparung:

Kleineres Regalsystem: 100.000,00 €

Weniger Unterlagsplatten: 700.400,00 €

Gesamteinsparung 40 Jahre: 800.400,00 €


Kosten für Kammer inkl. Betrieb nach Einsparung:

Gesehen auf 40 Jahre: 749.600,00 €

Gesehen pro Jahr: 18.740,00 €


Ich möchte bezüglich der Kosten folgende Gedanken äußern. Die Energiekosten variieren je nach Anlage und Anforderungen. Ich beschäftige mich mit nachhaltigen Energiequellen und sehe hier einen bevorstehenden Wandel. Zum Beispiel durch PV-Anlagen, Speichersysteme, Wärmepumpen und Energiegewinnung aus biogenen Abfällen. Das würde jedoch den Rahmen sprengen und ein neues Thema eröffnen. Ich möchte darauf hinweisen, dass ich durch den Einsatz einer Härtekammer auch eine Einsparung von Zement erzielen kann und für mögliche zukünftige Szenarien mit Zementersatz gerüstet bin. Wenn ich allein schon durch die Einsparung von Unterlagsplatten die Kosten für eine Härtekammer so deutlich reduzieren kann, stellt sich die Frage, welche Einsparungen Sie pro Jahr mit einer Reduktion des Zementverbrauchs um 1% erzielen könnten. Ich halte dies für absolut realistisch, insbesondere in Verbindung mit neuer Härtetechnik. Zusätzlich bietet das System eine bessere Gleichmäßigkeit unabhängig von der Jahreszeit. Es gibt weniger Reklamationen aufgrund von Ausblühungen und es gibt auch alle Vorteile, die eine Kammer bietet.


Diese Rechnungen gelten nicht nur für Projekte auf der grünen Wiese, sondern auch für die Umgestaltung bestehender Kammersysteme. Durch Hinzufügen von Wärme und Feuchtigkeit können Sie beim nächsten Einkauf von Unterlagsplatten sparen. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass jedes Projekt, sei es ein Neubau oder Umbau, individuell betrachtet werden muss.


*Ich muss darauf hinweisen, dass die genannten Preise aus meiner Erfahrung stammen und zusätzliche Kosten wie Montage und Fracht anfallen können. Auch der Energieaufwand für den Kammerbetrieb variiert von Werk zu Werk. Es gibt viele Plattentypen auf dem Markt, die zwar weniger kosten als Kunststoff, aber auch nicht so langlebig sind. Bei Platten müssten außerdem zusätzliche Kosten für die Aufbereitung einkalkuliert werden. Im Gegenzug möchte ich darauf hinweisen, dass Kunden nach dem Umbau einer Härtekammer bis zu 10% Zement einsparen konnten oder bei manchen Systemen die Einbringung von zusätzlicher Wärme fast nicht notwendig war. Ich möchte in meinem Bericht die Möglichkeiten aufzeigen, die bisher möglicherweise nicht ausreichend beachtet wurden und das Bewusstsein dafür schärfen.


Gerne stehe ich Ihnen für eine Beratung zur Verfügung, sofern das Thema für Sie interessant sein sollte.


Herzlichen Dank an alle, die es bis hierhin geschafft haben.   


Sönke Tunn

 

von Sönke Tunn 20. Februar 2026
Die präzise Einfärbung von Beton ist ein Prozess, der oft zwischen kreativem Anspruch und wirtschaftlicher Realität schwankt. Gemeinsam haben wir über Jahre hinweg intensiv daran gearbeitet, diesen Prozess technologisch auf den neuesten Stand zu bringen. Nach dieser umfangreichen Entwicklungsphase, die zuvor als Laptop Standalone Version fungierte, freuen wir uns jetzt, dass der offizielle Release der weltweit verfügbaren Cloud Lösung nun erfolgt ist und wir bereits zahlreiche Kunden auf der Plattform begrüßen durften.
von Sönke Tunn 13. Februar 2026
Die Transformation der Betonindustrie hin zu nachhaltigeren Produktionsprozessen erfordert neue Denkansätze. Ein konzeptionell spannender Weg könnte die Integration dezentraler Pyrolyse-Technologie sein, um Härtekammern perspektivisch CO2-neutral zu betreiben und gleichzeitig die Baustoffqualität durch thermische Optimierung zu steigern. Das Prinzip der CO2-negativen Energieerzeugung Im Gegensatz zur klassischen Verbrennung von Biomasse wird bei der Pyrolyse-Technologie der Prozess aufgespalten. Dauerhafte Bindung: Ein Kilogramm dieser Kohle könnte laut aktuellen Erkenntnissen dauerhaft bis zu 3,6 kg CO2 für einige hundert Jahre binden. Klimabilanz: Bei einer Anlage mit einem Austrag von ca. 25 kg Kohle pro Stunde ließen sich bei 150 Betriebstagen pro Jahr theoretisch etwa 225 bis 260 Tonnen CO2 der Atmosphäre entziehen und in die eigene Wertschöpfungskette integrieren. Prozessintegration: Von der Kohle zum Zusatzstoff Die gewonnene Pflanzenkohle könnte möglicherweise direkt vor Ort weiterverarbeitet werden, um sie als Zusatzstoff im Beton zu erproben. Durch eine Feinmahlung und die Anbindung an eine automatisierte Pulverdosieranlage ließe sich dieser Stoffstrom in den Mischprozess in sehr geringen Mengen integrieren: Präzise Dosierung: Bei einem angenommenen Betrieb von 120 Mischungen pro Schicht ergäbe sich eine rechnerische Zugabemenge von lediglich ca. 3 kg pro Charge. Automatisierung: Solche Mengen könnten technisch über bestehende Wiegesysteme dem Kernbeton beigemischt werden, ähnlich wie es bereits bei Farbpigmenten praktiziert wird. Homogene Verteilung: Eine vorherige Mahlung könnte sicherstellen, dass sich die Kohle optimal im Betongefüge verteilt, ohne die Materialeigenschaften negativ zu beeinflussen.
von Sönke Tunn 16. Dezember 2025
Wien ist von meinem Standort aus eine klassische Autostrecke, doch die Realität sieht heute oft anders aus als in der Theorie. Staus, Baustellen und die permanente Konzentration für 16 bis 20 Stunden Fahrzeit sind Faktoren, die in kaum einer Kostenrechnung auftauchen, aber massiv an der Substanz zerren. Da ich im Einzugsgebiet von Heidelberg, Mannheim, Stuttgart und Frankfurt lebe, stehen mir hervorragende Anbindungen zur Verfügung. Der Einstieg in den Nachtzug markiert für mich den Moment, in dem die Arbeit nicht aufhört, sondern sich transformiert. Anstatt die Hände am Lenkrad zu haben, klappe ich das Notebook auf oder nutze die Zeit für strategische Gedanken. Das ist ein Luxus an Flexibilität, den mir kein Firmenwagen der Welt bieten kann. Für die gesamte Strecke hin und zurück habe ich gerade einmal 180 Euro bezahlt. Wenn ich das gegen die Kosten stelle, die mein Auto real verursacht, wird die Diskrepanz schnell deutlich. Wir reden hier nicht nur über den Dieselpreis, sondern über die reale Abnutzung, den Wertverlust pro Kilometer und die Versicherungsanteile. Mein Ziel ist es, meine jährliche Fahrleistung auf dem Asphalt auf unter 30.000 Kilometer zu drücken. Jeder Kilometer auf der Schiene schont die Umwelt, verlängert die Lebensdauer meines Fahrzeugs und senkt die Betriebskosten signifikant. Dazu kommt die Ersparnis bei den Hotelkosten: Der Zug ist mein Hotel auf Rädern. Ich steige abends ein, schlafe und wache morgens im Zentrum von Wien auf. Vor Ort in Wien war ich maximal flexibel. Ich habe mir für die gezielten Kundenbesuche ein Mietauto genommen, was völlig problemlos funktionierte. So konnte ich die Termine effizient abarbeiten, ohne die Ermüdung einer achtstündigen Hinfahrt in den Knochen zu haben. Ein weiterer Vorteil zeigte sich am Abend: Da mein Rückzug erst um 23 Uhr abfuhr, blieb nach den geschäftlichen Terminen noch Zeit für eine Tour durch die Stadt. Diese Zeitqualität hätte ich normalerweise damit verbracht, entnervt im Berufsverkehr aus der Stadt herauszufahren. Stattdessen genoss ich die Wiener Atmosphäre und stieg entspannt in meinen Waggon.
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Dubai. Allein der Name steht für Gigantismus, Geschwindigkeit und eine Bauindustrie, die niemals schläft. Wer die BIG 5 besucht, spürt sofort diesen Puls. Es ist der Ort, an dem sich die globale Bauwelt trifft und wo man sehr deutlich sehen kann, wie die Branche tickt.
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Die Welt der Betonsteinproduktion ist ständig in Bewegung, geprägt von der Suche nach Effizienz, Qualität und vor allem Nachhaltigkeit. Als technischer Berater, der täglich mit den Herausforderungen und Chancen dieser Branche zu tun hat, freue ich mich immer, Unternehmen zu beleuchten, die beides vereinen: tief verwurzelte Tradition und einen klaren Blick in die Zukunft. Ich hatte die große Freude, die Schollmayer Holz GmbH auf ihrem Weg bis zur Markteinführung ihrer neuen Produkte begleiten zu dürfen, und wünsche dem Unternehmen maximalen Erfolg bei diesem zukunftsweisenden Schritt. Heute sprechen wir über Schollmayer Holz aus Ginsheim-Gustavsburg, ein Familienunternehmen, das seit 1853 Kompetenz in der Holzverarbeitung beweist und nun den anspruchsvollen Markt der Unterlagsplatten für Betonsteinmaschinen erobert.
von Sönke Tunn 13. Juni 2025
Der Begriff „Handelsvertreter“ löst bei vielen noch immer gemischte Gefühle aus. Oft schwingt das Bild des „Bauchladenverkäufers“ aus den 80ern mit, der von Tür zu Tür ging und eher auf schnellen Abschluss als auf nachhaltige Kundenbeziehung setzte. Doch dieses Bild ist längst überholt. Ich selbst, als technischer Berater, möchte klarstellen: Der moderne Handelsvertreter ist ein hochqualifizierter Partner und ein entscheidender Baustein für erfolgreiche Geschäfte. Ich bin ein überzeugter Befürworter dieses Berufsbildes, denn es birgt enormes Potenzial – sowohl für uns Vertreter als auch für die Unternehmen, die uns strategisch einbinden.
Unterlagsplatte von Assyx mit einem großen Stein on top
von Sönke Tunn 12. Juni 2025
Entdecken Sie, wie ASSYX mit dem DuroBOARD® und nachhaltigen Prozessen die Betonsteinindustrie revolutioniert. Erfahren Sie mehr über langlebige Unterlagsplatten, Kreislaufwirtschaft und umweltfreundliche Produktion.
von Sönke Tunn 28. April 2025
Heute möchte ich mit Ihnen über ein Thema sprechen, das in der Hektik des Produktionsalltags manchmal etwas untergeht, aber für die Effizienz, Qualität und zunehmend auch für die Umweltbilanz in Ihrem Betonsteinwerk wirklich zählt: die Unterlagsplatten. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass die Wahl der richtigen Platte einen großen Unterschied machen kann. Lassen Sie uns also gemeinsam einen Blick darauf werfen, was Unterlagsplatten eigentlich sind und warum die Entscheidung für die passende Variante so wichtig ist – auch unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit und der verbleibenden Werkslaufzeit. Was Unterlagsplatten leisten: Mehr als nur eine Ablage Im Herzen Ihres Betonsteinwerks dreht sich alles um einen kontinuierlichen Prozess. Direkt nach dem Formen der Betonsteine kommen die Unterlagsplatten ins Spiel. Sie dienen als temporäre Basis für die noch weichen Produkte. Auf diesen Platten durchlaufen die Steine die verschiedenen Produktionsschritte – von der Härtung über mögliche Waschprozesse bis hin zur Palettierung. Die Unterlagsplatte sorgt dabei für eine stabile und vor allem ebene Unterlage. Die verschiedenen Gesichter der Unterlagsplatte: Ein Überblick mit Blick auf die Nachhaltigkeit und Werkslaufzeit Im Laufe der Jahre haben sich unterschiedliche Materialien für Unterlagsplatten bewährt, jede mit ihren spezifischen Vor- und Nachteilen, die ich Ihnen gerne aus meiner Erfahrung heraus näherbringen möchte – diesmal auch mit einem Fokus auf die ökologischen Auswirkungen und die verbleibende Nutzungsdauer Ihres Werks: Weichholzplatten: Oft die Einstiegsvariante, die durch ihren günstigen Preis lockt. Meine Erfahrung: Ich habe oft gesehen, dass Weichholz unter starker Beanspruchung und Feuchtigkeit leidet. Es nimmt Wasser leicht auf, was besonders bei gewaschenen Produkten oder in feuchten Umgebungen zu Problemen mit der Formstabilität führen kann. Ein weiterer, oft unterschätzter Punkt ist das Verhalten in der Härtekammer. Weichholz neigt dazu, Feuchtigkeit aus der Umgebung aufzunehmen, wenn es nicht ausreichend gesättigt ist. Das kann dazu führen, dass Ihre Befeuchtungsanlagen in den Härtekammern mehr Energie aufwenden müssen, um die gewünschte hohe Luftfeuchtigkeit aufrechtzuerhalten. Diese zusätzlichen Kosten sind oft nicht direkt greifbar, können sich aber über die Zeit summieren. Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit bietet Holz jedoch Vorteile, insbesondere wenn es aus regionaler und nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Es ist ein nachwachsender Rohstoff und bindet während seines Wachstums CO2. Die Lebensdauer ist in der Regel begrenzt. Schichtholzplatten: Eine stabilere Alternative zum reinen Weichholz, da mehrere Holzschichten verleimt werden. Meine Erfahrung: Schichtholz ist robuster gegenüber mechanischen Belastungen. Trotzdem beobachte ich, dass auch hier Feuchtigkeit, die an den Kanten eindringen kann, zu Quellungen und damit zu Unebenheiten führen kann. Die Nachhaltigkeitsaspekte sind ähnlich wie bei Weichholz zu bewerten, wobei der Energieaufwand für die Verleimung berücksichtigt werden muss. Polyurethan-beschichtete Holzplatten (Weich- und Schichtholz): Durch eine Beschichtung wird versucht, die Holzplatten widerstandsfähiger zu machen. Meine Erfahrung: Die PU-Schicht bietet einen guten Schutz gegen Feuchtigkeit und Waschwasser. Die Haltbarkeit hängt aber stark davon ab, wie intakt diese Schicht bleibt. Beschädigungen können die positiven Eigenschaften schnell zunichtemachen. Aus ökologischer Sicht kommt hier der zusätzliche Materialeinsatz für die Kunststoffbeschichtung hinzu, der in der Herstellung CO2 verursacht. Vollkunststoffplatten: Für mich oft die langfristig überzeugendste Lösung, aber auch mit Blick auf die Umwelt und die Werkslaufzeit zu bewerten. Meine Erfahrung: Hochwertige Kunststoffe sind wasserabweisend und widerstehen den im Beton üblichen Chemikalien sehr gut. Ein großer Vorteil ist die Möglichkeit des Abschleifens zur Wiederherstellung der Ebenheit und zur Verlängerung der Lebensdauer. Auch in Bezug auf das Klima in Härtekammern sind sie in der Regel neutral. Beim Thema Nachhaltigkeit ist zu berücksichtigen, dass die Herstellung von Kunststoffen, auch wenn Recyclingmaterial eingesetzt wird, in der Regel CO2-Emissionen verursacht. Zudem kann das höhere Gewicht von Vollkunststoffplatten bei Transporten zu einem größeren CO2-Fußabdruck führen. Allerdings punkten sie durch ihre lange Lebensdauer und die Möglichkeit der Wiederaufbereitung oder des Recyclings am Ende ihres Lebenszyklus. Die Relation zur Werkslaufzeit: Ein wichtiger Kostenfaktor Ein Aspekt, der bei der Entscheidung für neue Unterlagsplatten oft eine entscheidende Rolle spielt, ist die verbleibende Nutzungsdauer Ihres Betonsteinwerks. Stellen Sie sich vor, Ihr Werk ist bereits 18 Jahre alt und eine größere Modernisierung steht in den nächsten Jahren möglicherweise nicht an. In einem solchen Fall sollten Sie die lange Lebensdauer von beispielsweise Vollkunststoffplatten oder hochwertig beschichteten Platten kritisch hinterfragen. Wenn die geplante Restlaufzeit Ihres Werks beispielsweise nur noch 5-7 Jahre beträgt, kann die Investition in Unterlagsplatten mit einer erwarteten Lebensdauer von 15 oder mehr Jahren wirtschaftlich weniger sinnvoll sein. Hier sollten Sie möglicherweise eher zu kostengünstigeren Optionen mit einer kürzeren, aber dennoch ausreichenden Lebensdauer greifen, die die verbleibende Betriebszeit Ihres Werks abdecken. Eine sorgfältige Abwägung zwischen der Plattenlebensdauer und der Werksperspektive ist entscheidend, um unnötige Investitionen zu vermeiden. Ein direkter Vergleich mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Werkslaufzeit:
von Sönke Tunn 17. April 2025
Die Bauma 2025 in München war ein beeindruckendes Schaufenster der globalen Bauindustrie. Erfahren Sie mehr über die neuesten Trends, bahnbrechenden Innovationen im Bereich Betonstein und Fertigteile, den Fokus auf Nachhaltigkeit und die spürbar positive Stimmung, die Hoffnung für die Zukunft der Branche macht. Ein persönlicher Rückblick vom Stand der Finke GmbH und Kraft Curing Systems GmbH.
von Sönke Tunn 27. März 2025
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