Thermische Synergien und CO2-Sequestrierung durch Pyrolyse
- Dauerhafte Bindung: Ein Kilogramm dieser Kohle könnte laut aktuellen Erkenntnissen dauerhaft bis zu 3,6 kg CO2 für einige hundert Jahre binden.
- Klimabilanz: Bei einer Anlage mit einem Austrag von ca. 25 kg Kohle pro Stunde ließen sich bei 150 Betriebstagen pro Jahr theoretisch etwa 225 bis 260 Tonnen CO2 der Atmosphäre entziehen und in die eigene Wertschöpfungskette integrieren.
- Präzise Dosierung: Bei einem angenommenen Betrieb von 120 Mischungen pro Schicht ergäbe sich eine rechnerische Zugabemenge von lediglich ca. 3 kg pro Charge.
- Automatisierung: Solche Mengen könnten technisch über bestehende Wiegesysteme dem Kernbeton beigemischt werden, ähnlich wie es bereits bei Farbpigmenten praktiziert wird.
- Homogene Verteilung: Eine vorherige Mahlung könnte sicherstellen, dass sich die Kohle optimal im Betongefüge verteilt, ohne die Materialeigenschaften negativ zu beeinflussen.

Das Bild zeigt eine Pulverdosieranlage der Finke GmbH. Mit solchen Anlagen, nur eben deutlich kleiner, könnte das Pulver problemlos in die Mischer befördert werden.
Potenzielle Wärmenutzung für die Härtekammer
Die beim Prozess entstehende Wärme – bei entsprechenden Systemen ca. 224 kW – könnte theoretisch für die Klimatisierung von Härtekammern genutzt werden. Da eine typische Kammer in der Spitze oft einen Bedarf von ca. 150 kW aufweist, entstünde möglicherweise ein wertvoller Energieüberschuss.
Restenergie zur möglichen Optimierung der Winterproduktion
Über Wärmetauscher könnte diese Überschussenergie genutzt werden, um die Gesteinskörnung in den Silos sowie das Mischwasser vorzuwärmen. Dies könnte signifikante Vorteile für die Produktion in der kalten Jahreszeit bieten:
- Minimierung des Temperatur-Deltas: Eine Anhebung der Frischbetontemperatur (z. B. um 5 Grad) könnte das Gefälle zwischen kaltem Ausgangsmaterial und warmer Härtekammer reduzieren. Dies könnte thermische Spannungen mindern und die Produkte vor einem "Temperaturschock" schützen.
- Beschleunigung der Hydratation: Höhere Ausgangstemperaturen könnten die chemische Reaktion des Zements schneller anstoßen. Dies wäre insbesondere beim Einsatz moderner, klinkerreduzierter Zemente denkbar, die aufgrund ihrer Zusammensetzung bei niedrigen Temperaturen oft langsamer reagieren.
- Potenzial zur Zementeinsparung: Durch die kontrolliert höhere Hydratationstemperatur könnten Mischungen möglicherweise optimiert und Zementanteile ggf. reduziert werden, da die externe Wärmeenergie die chemische Reaktivität unterstützt.
Fazit: Ein integraler Ansatz für die Zukunft
Die Kombination aus CO2-neutraler Wärme und der Gewinnung von Pflanzenkohle bietet einen interessanten theoretischen Hebel für die Dekarbonisierung. Während die Wärme fossile Brennstoffe ersetzen könnte, würde die Kohle als permanenter Kohlenstoffspeicher im Beton fungieren. Es entstünde ein System, das die Wirtschaftlichkeit durch Energieeinsparung steigern und gleichzeitig einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten könnte.











